Was hat Achtsamkeit mit "innerer Mitte" zu tun?

Marienkäfer auf Distel

Mit Shiatsu fördern und stärken wir das "Gesunde" in uns. Solange wir atmen haben wir mehr gesunde als kranke Anteile in uns, egal, was alles im Moment nicht stimmen mag. Vieles von dem, was gesund in uns ist, beachten wir gar nicht, vernachlässigen es oder nehmen es als selbstverständlich hin. Vielmehr sollten wir unseren Fokus auf das, was gut funktioniert in unserem Körper richten und die vielen guten Seiten an uns belichten.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist es umso wichtiger, Achtsamkeit zu üben, unsere innere Mitte zu stärken und Inseln der Ruhe zu finden. Für fast jeden von uns, stellt es eine grosse Herausforderung dar, nicht in eine permanente Anspannung, in eine Unruhe oder eine Überreizung zu verfallen. Der Dauerstress verstärkt sich sogar beachtlich, wenn wir uns mit einer ernsten Erkrankung, anhaltenden Schmerzen oder einem chronischen Leiden auseinandersetzen müssen.
Die Übung der Achtsamkeit ist ein zuverlässiger Weg zu Gesundheit und körperlichem Wohlbefinden, aber auch ein inneres Gegengewicht, das uns hilft, unsere geistige Gesundheit und Lebensfreude zu bewahren.

Achtsamkeit üben heisst nichts anderes, als aufmerksam auf alles zu achten und die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Es geht nicht darum, irgendetwas zu verändern oder sogar zu erzwingen. Heilung setzt Annahme, Vertrauen und Akzeptanz bzw. Einstimmung auf den Zusammenhang und das Ganze voraus. Achtsamkeit bietet nicht die Antwort auf Probleme des Lebens, jedoch schult es einen klaren Geist, und somit erscheinen diese Probleme in einem helleren Licht. Um zum Beispiel chronische Verspannungen im Körper lösen zu können, muss man sich zunächst bewusst werden, dass sie vorhanden sind und erkennen, wann diese vermehrt auftreten – man muss diese spüren können. Dazu gehört, dass wir aufmerksam unseren Geist in unseren Körper lenken, unsere Empfindungen/Emotionen bewusst wahrnehmen und wiederum so bemerken, welche Auswirkungen unsere Handlungen, unsere Gedanken und Gefühle auf uns und unseren Körper haben.

"Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles, was wir tun oder spüren, ein Wunder. Achtsamkeit zu üben bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren" Thich Nhat Hanh

Achtsamkeit erlaubt uns auch körperliches Unbehagen und seelische Erregung in jedem Augenblick zu beobachten und anzunehmen – es geht auch darum, etwas über uns oder über den Schmerz herauszufinden. Schaffen wir es mit uns selbst und unserer inneren Welt in Kontakt zu treten, bewusst im gegenwärtigen Augenblick des Geschehens zu leben, dann wird der kommende Augenblick eine ganz andere Qualität haben, denn wir sind im Jetzt präsent und nehmen wahr, idealerweise ohne zu bewerten. Zugleich gelingt es uns so, gezielter auf Veränderungen und belastende Situationen zu reagieren, weil wir uns eben des Ganzen bewusst sind.

Ängste und starke Schmerzen sind auf der Körperebene Stressfaktoren, die das Immunsystem schwächen, und auf der feinstofflichen Ebene binden Sie die Lebensenergie/Körpersäfte so stark, dass Heilung oft viel langsamer erreicht werden kann. Vor lauter Stress haben wir die Verbindung zu unserer Mitte verloren und stehen neben uns.

Wie finde ich zu meiner inneren Mitte zurück oder wie pflege ich diese?

Rein physisch betrachtet ist unsere Körpermitte, also der Bauchraum, das Zentrum und Sitz verschiedenster Organe. Viele unserer lebenswichtigen Funktionen finden in unserer Mitte statt: Verdauung von Nahrung, Aufnahme von Nährstoffen, Reinigung und teilweise Bildung von Blut, Bildung von Hormonen, Ausscheiden von Abfallstoffen.

Eine starke Körpermitte bedeutet, dass wir Kraft aus uns selbst schöpfen und Kraft sammeln können – nicht nur körperliche, sondern auch seelische und geistige Kräfte. Sie ist unser persönliches Kraftzentrum. Eine starke innere Mitte zu haben, heisst auch "ganz bei sich sein" - "sein, was man eigentlich ist" mit dem Gefühl und der Liebe zu sich selbst, Selbstakzeptanz. Ein Mensch der im Reinen ist mit sich selbst, verankert in seiner Mitte, weist eine Ur-Kraft auf, die ihn befähigt, sein Dasein souverän zu meistern. Seine Gefühle und Emotionen sind im Einklang, und er handelt aus seinem Herzen heraus. Dieser Mensch wird sprichwörtlich nicht so schnell aus der Bahn geworfen, behält den Boden unter den Füssen, ja, er ist erstaunlich standfest, und er ist auch nicht mit einem Stoss umzuwerfen.

Es gibt viele Möglichkeiten zur eigenen Mitte zu finden:
  • Es beginnt jedoch mit unserem Bewusstsein über dieses Zentrum
  • Achtsames Bewegen in der Natur, Zeit für sich persönlich einplanen
  • Oder auch Garten- und handwerkliche Arbeit kann uns auf den Boden zurückbringen
  • Meditation und Atemübungen, z.B. den Atem bewusst in den Bauchraum lenken (Hände auf den Bauch) können unterstützen
  • Töne können zentrieren - probieren Sie es mal mit folgenden Lauten aus: A, O, oder U und im Gegensatz: I und E, welche uns wieder in den Kopf bringen

Shiatsu zum Beispiel ist eine sehr geeignete Körpertherapieform, um die "vergessene" Mitte wieder zu finden und zu stärken.

Die Shiatsu Behandlung bietet viel Raum zur Entfaltung, ohne Zwang. Sie verankert uns in der Gegenwart, präsent in unserer Körpermitte. Shiatsu verhilft zu einem gesunden und achtsamen Körperbewusstsein, wir nehmen unsere Bedürfnisse und unseren Körper besser und bewusster wahr, horchen hinein, wesentliche Dinge haben so die Möglichkeit sich zu zeigen. Zudem stellt sich eine innere Ruhe ein und der gesamte Körper findet zu einer tiefen Entspannung, die Lebensenergie kann ungehindert fliessen, und die natürlichen Selbstregulierungskräfte können wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Im September 2015, herzlichst Karin

PS: Übrigens auch Kampfkünstler (z.B. Aikido, Karate, Kung Fu) sind sich der Wichtigkeit eines starken Körperzentrums bewusst - sie üben sich oft jahrelang darin.

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